Austellung ‚The Yanks are coming‘

© Stadsarchief Waregem

Waregem besetzt
Waregem wird im Oktober 1914 besetzt. Die ersten Deutschen, Ulanen, kommen jedoch am 23. August kurz in die Stadt. Sie werden vom Polizisten Vanhoutte mit der Botschaft von Bürgermeister Bouckaert erwartet, dass Waregem sich friedlich ergibt. Dies soll Blutvergiessen wie in Dinant und Leuven verhindern. Ende 1914 wird die Bewegungsfreiheit der Bürger stark begrenzt und das Leben in der Gemeinde eingeschränkt. Die Deutschen beschlagnamen große Mengen an Waren und Lebensmitteln. Industriegebäude werden beansprucht und Truppen werden überall einquartiert. Armut und Arbeitslosigkeit sind überall. Nicht nur die Gemeindeverwaltung und Hilfsorganisationen lindern das Leid der Bevölkerung, auch persönliche Initiativen werden gestartet. Adolf Vandewiele hatte schon vor dem Krieg eine Sozialwohnanlage gebaut. Bei Kriegsausbruch ließ er Familien mit einem Vater-Soldaten kostenlos darin wohnen und die Frauen von Soldaten von Vandewiele erhielten bis Ende 1918 täglich eine kleine Zulage.

Waregem während der Endoffensive
Als die Heeresgruppe Flandern am 28. September 1918 ihre Befreiungsoffensive startet, rückt sie schnell Richtung Waregem vor. Es sind die Franzosen, die das Zentrum von Waregem am 23. Oktober 1918 befreien. Der Gaverbeek erweist sich als ein großes Hindernis und lässt den Angriff für einige Tage zum Stillstand kommen. Die Bevölkerung bleibt, unter Gefahr für das eigene Leben, weitgehend in der Stadt, obwohl sie von der deutschen Obrigkeit gewarnt wird. Die französischen Befreier sind daher auch überall herzlich willkommen. Die Deutschen ziehen sich auf die höheren Positionen an den Spitaalsbossen zurück. Währenddessen dauert der Beschuss weiter an. Um weiteres Leiden der Bürger zu verhindern, beschließen die Franzosen, die Gemeinde zu evakuieren. Erst mit der Ankunft der 37. und 91. amerikanischen Division wird der letzte deutsche Widerstand in Waregem gebrochen. Die Amerikaner rücken mit französischer Unterstützung Richtung Oudenaarde und die Schelde vor.

Amerikaner in der Offensive
Am 31. Oktober 1918 geht die Heeresgruppe Flandern erneut zum Angriff über. Die 91. amerikanische Division zieht unter schweren Verlusten durch die Spitaalsbossen. Die 37. amerikanische Division ist erfolgreicher und kann bis an die Höhen von Kruishoutem vorrücken. Auch im November setzten sie ihren Vormarsch fort. Ihre Befehle sind klar: ‘Attack the enemy and drive him east of the Scheldt River.’  Am nächsten Tag gibt es wieder wenig Widerstand für die Amerikaner. Die Deutschen ziehen sich eindeutig zurück. Bald wird das Zentrum von Kruishoutem und Wannegem-Lede eingenommen. Der Angriff geht schneller als erwartet und dies verursacht Kommunikationsprobleme zwischen dem Hauptquartier und den vorrückenden Truppen. Das Hauptquartier hat wenig Informationen über die Positionen ihrer Männer. Zur Erkundung ausgeschickte Flugzeuge haben auch die größten Schwierigkeiten, die Infanteriekolonnen zu finden. Belgische Bürger winken freudig mit ihren Taschentüchern um die Befreier zu begrüßen. Es ist daher unmöglich, dass die Infanterie ihre Positionen mit weißen Tüchern für die Beobachtungsflugzeuge markiert. Am 2. November gelingt es der 37. amerikanischen Division die Schelde zu überqueren. Die deutsche Linie hinter dem Fluss fällt schließlich am 9. November und die Deutschen ziehen sich in Richtung Antwerpen und der Maas zurück. Am 11. November fällt der Vorhang und der Waffenstillstand wird unterzeichnet.

© Stadsarchief Waregem

Praktisch:

Besucherzentrum HIPPO. WAR
Holstraat 95
8790 Waregem
+32 (0)56 62 12 11
hippo.war@waregem.be
www.hippowar.be

Ausstellung: 21 April-15 November 2018
Geöffnet Mi-So 14.00-18.00 Uhr
Geschlossen von 1 August bis 15 September

Eintritt frei